Klimafolgenanpassung
Unterschied von Klimafolgenanpassung und Klimaschutz
Seit mehreren Jahren rückt das Thema Klimaschutz international, national und regional immer mehr in den Mittelpunkt und nun folgt die Klimafolgenanpassung. Dabei geht es darum sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, d.h. Maßnahmen zu ergreifen, um sich auf die gegenwärtigen Auswirkungen des Klimawandels und die für die Zukunft vorhergesagten Folgen vorzubereiten und sich darauf einzustellen. Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass der Klimaschutz darauf abzielt die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen, indem die Treibhausgasemissionen reduziert und die Erderwärmung eingedämmt werden. Bei dem einem geht es sozusagen darum die Ursache zu beeinflussen und beim anderen geht es darum sich den Folgen anzupassen und sie einzudämmen. Ziel sollte es immer sein eine Kombination aus beiden zu erreichen, so dass die Lebensqualität, die wirtschaftliche Stabilität und die Resilienz dauerhaft gesichert sind.
Klimafolgenanpassung in Brandenburg
Der globale Klimawandel ist auch in Brandenburg schon messbar. So liegen die Temperaturen der Jahre 1990 bis 2020 rund 1, Grad Celsius höher las die der Klimaperiode 1961 bis 1990. Die fünf heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung (in Brandenburg 1881) fallen in die vergangenen zehn Jahre. In Brandenburg zeigen sich die Folgen des Klimawandels am stärksten im Wasserhaushalt mit absinkenden Grundwasserständen, fallenden Seespiegeln und langanhaltender Bodendürre. Niederschlagsarme Jahre trocknen die Böden seit Jahren so tiefgründig aus, das selbst einzelne Monate mit höheren Niederschlagsmengen die Defizite nicht auffüllen können. Die Vegetationsperioden verlängern sich. Darüber hinaus nimmt die gesundheitliche Belastung, insbesondere die Hitzebelastung und die hitzebedingte Übersterblichkeit, deutlich zu. Hitzetage (Temperaturen am Tag über 30°C) und Tropennächte (Temperaturen in der Nacht über 20°C) werden deutlich häufiger auftreten. Um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, hat das Land Brandenburg Ende 2023 die Klimaanpassungsstrategie beschlossen. Die Erarbeitung der Strategie erfolgte in enger fachlicher und zeitlicher Abstimmung mit dem Klimaschutz und umfasst zwölf Handlungsfelder. Für jedes Handlungsfeld wurden die bereits beobachteten und die zukünftig zu erwartenden klimatischen Änderungen in Folgeabschätzungen betrachtet. Anhand der Folgeabschätzungen wie Klimawirkungs- und Risikoanalysen wurden die Anpassungskapazitäten und konkrete Maßnahmen abgeleitet.
Klimafolgenanpassung in der Prignitz
Bis September 2027 entwickelt der Landkreis ein Konzept, mit dem sich die Region auf konkrete Risiken einstellt. Als Beispiele zählen dabei überflutete Keller nach Starkregen, schnell überschwemmte Straßen und Plätze, ausgetrocknete Böden auf Feldern, Hitze in Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen sowie erhöhte Waldbrandgefahr in trockenen Sommern. Für jede Kommune sollen möglichst konkrete auf sie zugeschnittene Maßnahmen entstehen.
Schutz vor Hitze
Brandenburg ist eines der heißesten Bundesländer Deutschlands und das steigert die Risiken für Gesundheit und Wohlbefinden. Es kann im Extremfall auch zu Hitzetoten kommen. In der Prignitz hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur in den letzten 30 Jahren um bis zu 2 Grad erhöht. Das Land Brandenburg hat im September 2022 einen Hitzeaktionsplan veröffentlicht, der als Ziel folgende Punkte hat:
Sensibilisierung der Bevölkerung auf Gesundheitsgefahren
über Gegenmaßnahmen informieren
Fokus auf vulnerable (verletzliche) Personengruppen verstärken -> ältere Menschen; Kinder; Berufstätige in Pflege, Bau und Landwirtschaft
Umweltgerechtigkeit wahren
thermisches Wohlbefinden erhöhen
bauliche Hitzeresilienz schaffen
Starkregenrisikomanagement
Die Erhöhung der Temperatur führt zur höheren Verdunstung und dies führt wieder zu mehr Regen. Statistisch gesehen gibt es nur eine geringe Änderung des Niederschlagvolumens, aber es ist eine höhere Niederschlagsvariabilität zu erkennen. Das heißt, es gibt eine Zunahme der Variabilität zwischen und in den Jahren von Trockenheit zu Feuchte. Innerhalb des Jahres kommt es zu längeren Trockenphasen mit Phasen von extremen Niederschlägen. Ein langanhaltender Landregen wird immer seltener.
Da man den Starkregen nicht verhindern kann, muss man sich damit befassen, wie man das anfallende Regenwasser ableiten, wegleiten, speichern oder versickern lassen kann. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die örtlich geprüft werden müssen, wie zum Beispiel Flächenentsiegelung, Abflussmulden, Rückhalteflächen und Versickerungsmöglichkeiten.




















