Kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Wittenberge liefert einen Fahrplan, um die Wärmeversorgung in den kommenden Jahren treibhausgasemissionsfrei zu gestalten. Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf Wärme; rund 80 % davon werden aktuell fossilen Brennstoffen gedeckt. Um THG-Emissionen zu reduzieren, sollen erneuerbare Energien, unvermeidbare Abwärme und nachhaltig angebaute Biomasse genutzt werden.
Von Mai 2024 bis August 2025 erarbeitete die Megawatt Ingenieurgesellschaft im Auftrag der Stadt ein übergeordnetes, räumliches Konzept für eine nachhaltige Wärmebereitstellung. In Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren entstand so ein strategisches Planungsinstrument. Die Mittel für die Erarbeitung des Plans stammen aus dem BMWK Klima- und Transformationsfonds; das Projektgebiet umfasst das gesamte Stadtgebiet mit all seinen Ortsteilen.
Ziel ist, den besten, kosteneffizientesten Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung zu ermitteln, unabhängig von fossilen Brennstoffen. Dabei wird festgelegt, welche Gebiete dezentral oder leitungsgebunden versorgt werden sollen, und wie erneuerbare Energien sowie unvermeidbare Abwärme genutzt werden können.
Der Fahrplan basiert auf Bestands- und Potenzialanalysen. Ein Maßnahmenkatalog erläutert die Schritte zur Zielerreichung; relevante Akteure sind eingebunden. Parallel dazu erarbeitet die Stadtwerke einen Transformationsplan für das Fernwärmenetz bis 2045, der Erzeugermix und Ausbaupfade detailliert analysiert. Die Ergebnisse flossen in den Wärmeplan ein.
Für die Verwaltung dient der kommunale Wärmeplan als zentrale Roadmap, um die Wärmeversorgung klimaneutral zu gestalten.
Kurzzusammenfassung
In Wittenberge lag der gesamtstädtische Wärmebedarf im Jahr 2023 bei 248 GWh. Davon wurden 16 % durch die Fernwärme gedeckt. Der Wärmebedarf wurde zu 89 % aus fossilen Quellen erzeugt, wobei Erdgas die größte Rolle spielte, gefolgt von Heizöl. Die angesetzte Prognose geht von einem Rückgang des Wärmebedarfs um 13 % bis 2045 aus. Dafür wurden Sanierungen von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden, Neubauplanungen, die Klimaerwärmung und ein leichter Bevölkerungsrückgang einbezogen; der Wärmebedarf in Industrie und Gewerbe wurde als konstant angenommen.
Bemerkenswerte Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien/Abwärme im Stadtgebiet für die Wärmeerzeugung sind:
Flusswasserwärme aus der Elbe – möglich, aber komplex
Tiefengeothermie im Nordwesten des Stadtgebiets – teuer, ggf. mit Perleberg
Abwasserwärme aus der Druckleitung zum Klärwerk – aufwändig zu erschließen
Abwärme vom Biogas-BHKW in Bentwisch – Wärme günstig, aber Trasse teuer.
Alle Potenziale weisen deutliche Einschränkungen oder Risiken auf. Auf Basis der Bedarfsprognose und des Bestandsnetzes der Fernwärme sowie weiterer Faktoren (Anschlussquote, Ankerkunden, Denkmalschutz) wurden Gebiete zur Netzerweiterung und für neue Wärmenetze identifiziert.
Im Ergebnis entstand ein Katalog aus 16 Maßnahmen, davon zehn zu Wärmenetzen, vier zur dezentralen Wärmeversorgung und zwei übergreifende Maßnahmen. Im Zielszenario steigt der Anteil an Wärmenetzen schon bis 2040 von 16 % auf 33 % an, bezogen auf den Wärmebedarf. Die Treibhausgasemissionen sinken dabei um 80 % von 62.300 t (2023) auf 12.600 t (2045), in CO2-Äquivalenten gerechnet.
Endbericht der Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Wittenberge (Stand 10.November 2025)
Präsentation der Abschlussveranstaltung Kommunale Wärmeplanung der Stadt Wittenberge vom 22.09.2025























