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Wittenberge stellt Weichen für neue Stadtentwicklungsgesellschaft

Das Wittenberger Rathaus I Foto: Torsten Kaiser (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Das Wittenberger Rathaus I Foto: Torsten Kaiser

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wittenberge hat in ihrer Sondersitzung am 5. November einen Grundsatzbeschluss zur Profilierung einer Stadtentwicklungsgesellschaft gefasst. Damit wird die Stadtverwaltung beauftragt, im Laufe des Jahres 2027 konkrete Vorschläge für eine mögliche Weiterentwicklung und Bündelung kommunaler Aufgaben in einer gemeinsamen Beteiligungsstruktur zu erarbeiten und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

Hintergrund und Zielsetzung

Die Stadt Wittenberge steht vor der Aufgabe, ihre kommunalen Leistungen angesichts der aktuellen finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen langfristig tragfähig aufzustellen. Insbesondere im freiwilligen Aufgabenbereich gilt es, die vorhandenen Ressourcen effizient einzusetzen und die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Angebote zu stärken. Die Stadt möchte ihre Kultur-, Freizeit- und Tourismusangebote dauerhaft sichern und zugleich deren Betrieb stärker an unternehmerischen Grundsätzen ausrichten. 

 

Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem das Kultur- und Festspielhaus, die Prignitzer Badewelt sowie der Tourismusbereich einschließlich des Nedwighafens. Mit Blick auf die Landesgartenschau 2027 stellt sich zudem die Frage, wie die neu geschaffenen beziehungsweise aufgewerteten Infrastrukturen in den Parkanlagen und am Nedwighafen nach Abschluss der Veranstaltung dauerhaft betrieben und wirtschaftlich tragfähig genutzt werden können. 

 

Eine zentrale Rolle bei den Überlegungen spielt die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Wittenberge mbH, die sich längst von einer klassischen Wohnungsbaugesellschaft zu einer wichtigen Akteurin der Stadtentwicklung entwickelt hat. Mit Projekten wie dem Ärztehaus in der Rathausstraße, der ehemaligen Sauerschen Klinik und dem Bahnhof trägt sie zur Entwicklung wichtiger städtischer Standorte und zur Beseitigung städtebaulicher Missstände bei. Auf dieser bestehenden Grundlage soll geprüft werden, wie die Gesellschaft künftig als Stadtentwicklungsgesellschaft weiterentwickelt und zusätzliche kommunale Aufgaben, insbesondere im Kultur-, Freizeit- und Tourismusbereich, unter ihrem Dach gebündelt werden können. Vergleichbare Ansätze werden auch in anderen Städten und Gemeinden verfolgt. 

 

Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister Wittenberge

„Wir möchten das attraktive Kultur-, Freizeit- und Tourismusangebot in Wittenberge erhalten und weiterentwickeln und dabei verantwortungsvoll mit den finanziellen Ressourcen der Stadt umgehen. Unsere Wohnungsbaugesellschaft hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ihre Potenziale weit über die Vermietung von Wohnraum hinausgehen und sie einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten kann. Die Prüfung einer Weiterentwicklung zur Stadtentwicklungsgesellschaft greift diese Erfahrungen auf und bietet die Chance, Kompetenzen zu bündeln und wichtige kommunale Angebote langfristig zu sichern.“

 

Der Grundsatzbeschluss legt noch keine konkrete Organisationsform fest. Die Stadtverwaltung wird vielmehr beauftragt, im Laufe des Jahres 2027 mögliche Modelle unter Berücksichtigung arbeits-, steuer- und gesellschaftsrechtlicher Fragestellungen zu prüfen und entsprechende Vorschläge zur Entscheidung vorzulegen.

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