Künstlerische Fassadengestaltung an Wittenberger Plattenbauten zur Landesgartenschau 2027
Wittenberge bekommt ein neues Gesicht: Zur Landesgartenschau 2027 werden markante Plattenbauten im Eingangsbereich der Gartenschau rund um die Prignitzer Badewelt künstlerisch gestaltet.
Unter dem Titel „Alltag und Utopie – Zeitgenössische Fassadenkunst an Plattenbauten“ entsteht ein Kunstprojekt, das Stadtgeschichte, zeitgenössische Kunst und Stadtentwicklung miteinander verbindet. In Anlehnung an die Bildsprache der DDR-Kunst – insbesondere an monumentale Wandbilder, Mosaike und grafische Gestaltungen – sollen ortsspezifische Fassadenarbeiten entstehen. Diese sollen die architektonische und soziale Bedeutung der Plattenbauten wertschätzend neu interpretieren und den öffentlichen Raum kulturell aufwerten.
Anlässlich des Starts der Ausschreibung für die Gestaltungsleistungen informierten am 29. September die Projektpartner und Unterstützer über das Vorhaben. Beteiligt sind neben der Stadt Wittenberge, der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Wittenberge mbH, der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom eG und der Landesgartenschau 2027 Wittenberge gGmbH auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die das Projekt gemeinsam mit der Sparkasse Prignitz maßgeblich ermöglicht.
Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister Wittenberge
„Wittenberge blickt auf Jahrzehnte städtebaulicher Veränderung zurück – mit Sanierung, Modernisierung, aber auch mit dem notwendigen Rückbau von Plattenbauten. Gleichzeitig verbinden viele Wittenbergerinnen und Wittenberger ganz persönliche Erinnerungen und eine hohe Identifikation mit dieser prägenden Architektur unserer Stadt. Mit dem aktuellen Projekt wollen wir anlässlich der Landesgartenschau 2027 dieser Verbundenheit Rechnung tragen und zugleich einen wichtigen Teil unserer jüngeren Stadtgeschichte sichtbar in die Zukunft führen. Mein besonderer Dank gilt der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Prignitz, die dieses außergewöhnliche Projekt mit ihrem Engagement maßgeblich ermöglichen.“
Patricia Werner, Geschäftsführerin Ostdeutsche Sparkassenstiftung
„Durch die künstlerische Neugestaltung der historischen Fassaden im Eingangsbereich der LAGA möchten wir das kulturelle und bauliche Erbe der DDR sichtbar machen. Wir wissen um die starke Identifikation der Wittenberger mit ihren Wohnquartieren und wünschen uns durch die Realisierung dieses Projektes, dass das kulturelle Bewusstsein der Menschen und ihre Identifikation mit dem Ort, an dem sie leben, nachhaltig gestärkt wird. Zugleich unterstützt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Prignitz mit diesem Projekt zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler und schafft so einen lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.“
Markus Volke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz
„Der Parkplatz an der Schwimmhalle ist für viele Wittenbergerinnen und Wittenberger ein vertrauter und wichtiger Ort. Umso schöner ist es, wenn die Fassadenkunst gerade hier im Alltag der Menschen sichtbar wird und zugleich die Gäste der Landesgartenschau willkommen heißt. Die Plattenbauten erzählen ein Stück Wittenberger Geschichte. Wenn Kunst diese Geschichte aufgreift und dem Ort ein neues Gesicht gibt, verbindet sie Vertrautes mit einem hoffnungsvollen Blick nach vorn. Als Sparkasse Prignitz liegt es uns am Herzen, gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung Vorhaben zu ermöglichen, die unsere Stadt dauerhaft bereichern und den Menschen vor Ort zugutekommen.“
Um welche Gebäude geht es
Im Zentrum der geplanten Gestaltung stehen zwei Plattenbauten der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Wittenberge mbH und der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom eG im Bereich der Prignitzer Badewelt. (an der Schwimmhalle)
Bei dem dritten Gebäude handelt es sich um einen Flach-Fertigbau in der Hartwigstraße. Dieser entstand in den 1950er- und 1960er-Jahren als Kulturraum des VEB Sägewerks.
Alle drei Gebäude flankieren die Eingangssituation des LAGA-Geländes und stehen beispielhaft für die Wohn- und Arbeitskultur der DDR. Durch zeitgenössische Fassadenkunst soll das kulturelle und bauliche Erbe sichtbar gemacht, reflektiert und in einen neuen Zusammenhang gestellt werden.
Ablauf des Projekts
Der Wettbewerb für die Fassadengestaltung startete mit der Ausschreibung über den Vergabemarktplatz Brandenburg am 17. September 2026. In einer ersten Phase können die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler bis zum 10. Oktober Ideenskizzen für die Fassadengestaltungen einreichen. Auf Grundlage dieser Beiträge wird anschließend die zweite Phase mit detaillierten künstlerischen Entwürfen und Projektbeschreibungen durchgeführt.
Im Dezember 2026 wird eine Jury über die eingereichten Vorschläge beraten und das Wettbewerbsergebnis bekannt geben. Anschließend sollen die ausgewählten Fassadengestaltungen bis zum Start der Landesgartenschau 2027 umgesetzt werden.
Fotoserien
Künstlerische Fassadengestaltung an Wittenberger Plattenbauten I Fotos: Martin Ferch (DI, 29. September 2026)




Projektpartner vor dem Plattenbau der WGW im Bereich der Prignitzer Badewelt (an der Schwimmhalle)
Plattenbau der WGE an der Ecke Schwimmhalle und Hartwigstraße
Flach-Fertigbau in der Hartwigstraße
Plattenbau der WGE an der Ecke Schwimmhalle und Hartwigstraße












