Stadtmuseum: Objekt des Monats (Januar 2026)
Milchkanne mit Deckel
Emaille und Holz
braun/weiß gesprenkelt
Höhe 25 cm, Fassungsvermögen 2 Liter
Wer heutzutage Milch braucht, der geht in den allermeisten Fällen in den Supermarkt, greift ins Kühlregal und nimmt sich ein Tetra-Pak oder eine Flasche. Bis die Milch aber dort steht, läuft im Hintergrund eine ganze Menge ab. Vom Abholen der Milch vom Erzeuger über den Transport zu den Molkereien bis hin zur Abfüllung. Natürlich sind all diese Arbeitsschritte mittlerweile mehrheitlich automatisiert.
Doch so war es nicht immer. Und ganz so weit muss man da auch nicht in der Zeit zurückgehen. Bis in die 1960er Jahre kaufte man seine Milch in einem Milchladen. Die Milchhandlung von Gerhard Zabinski in der Friedrich-Engels-Straße in Wittenberge war ein solches Geschäft, in dem die Milch „lose“ angeboten wurde, also weder in Flaschen oder anderen Behältnissen abgefüllt.
Deshalb gab es in jedem Haushalt eine Milchkanne, die so oder so ähnlich aussah wie unsere: Sie besteht aus Emaille, hat einen Holzgriff und einen Deckel, ist braun/weiß gesprenkelt und verfügt über ein Fassungsvermögen von zwei Liter. Die Milchkanne kam schon in der DDR als Schenkung in unser Haus.
Apropos Molkerei: Wittenberge hatte auch eine Molkerei. Sie wurde 1939 in Betrieb genommen und war während der gesamten DDR ein wichtiger lokaler Produzent für Milch und Milchprodukte. Es wurden neben der Milchabfüllung auch Käse, Quark, Sahne und Butter hergestellt. 1968 wurde der Betrieb dem Molkerei- und Dauermilchwerk Karstädt zugeordnet. In Wittenberge hatte man sich auf die Flaschenmilchproduktion spezialisiert. Bis zu 50.000 Liter Milch aus der Umgebung wurden täglich in Flaschen abgefüllt. Ende 1990 wurde die Produktion eingestellt. In den Gebäuden in der Tivolistraße befinden sich heute Wohnungen.
Fotoserien
Stadtmuseum: Objekt des Monats (Januar 2026) I Fotos: Stadtmuseum Wittenberge (MI, 12. November 2025)















