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Bilderrätsel am Sonntag (September 2025)

Rätselbild im September 2025 I Stadtarchiv Wittenberge (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Rätselbild im September 2025 I Stadtarchiv Wittenberge

Hier das Bilderrätsel für den September 2025. Wer erkennt den Standort der historischen Aufnahme? Die Auflösung folgt weiter unten mit weiteren Bildern in der Galerie:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auflösung:

 

Das heutige abgebildete Wohnhaus ist Kirchplatz 3 an der Ecke Burgstraße um 1920. Vor dem Haus stehen Marie Windelbandt wahrscheinlich mit einer ihrer Töchter sowie Enkelinnen.

Laut Wittenberger Stadtplan von 1827 gehörte das damalige Fachwerkhaus am Kirchplatz dem Stellmachermeister Joh. Friedrich Loesch. 1851 übergab er das Grundstück an seinen Sohn dem Magistratsassistenten Friedrich Wilhelm August Loesch. Friedrich Loesch wurde 1820 geboren und Ostern 1834 „nebenan“ in der evangelischen Kirche konfirmiert. 1839-43 leistete er seine Wehrpflicht beim 1. Regiment und wurde danach zum Unteroffizier ernannt. Ab 1843 war er beim Stadtgericht und später bei der Bau-Aufsicht der Berlin-Hamburg-Eisenbahn als Büro-Vorsteher tätig. 1848 begann seine Tätigkeit in der Stadtverwaltung. Hier war er beim Magistrat Kassenverwalter und Assistent. 1854 wurde er zum Burgverordneten, 1861 zum Beigeordneten und 1864 zum Bürgermeister von Wittenberge gewählt. Fritz Loesch war bis 1876 Bürgermeister und danach noch einige Jahre Vorsteher der Ämter Cumlosen und Weisen. An seinem Wohnhaus (damals noch Kirchplatz 4) ließ er 1883 die Vorderfront massiv unter- und vermauern. Die Arbeiten wurden vom Zimmermeister C. Peters (Bahnstr. 16a) und dem Bauunternehmer Gustav Müller (Wallstr. 10) ausgeführt. 1889 starb Friedrich Loesch durch Schlaganfall. Pfleger der Loesch’schen Erblassmasse war der Klempnermeister und Stadtälteste Hermann Müller (Chausseestr. 44). Im Juli 1890 wurde das Hausgrundstück zwangsversteigert. Neuer Eigentümer des Grundstücks Kirchplatz 4 wurde Wilhelm Windelbandt. Das ehemalige Windelbandt’sche Grundstück war die Burgstraße 16 (siehe Stadtplan 1827). Die Ackerbürgerfamilie Windelbandt besaß Ländereien am Krähenfuß, die durch schlechte Verwalter-Bewirtschaftung verloren gingen und wahrscheinlich darum von Burgstraße 16 zum Kirchplatz 4 umzogen. Übrigens kauften die Kaufleute Segebarth & Flegel das Grundstück Burgstraße 16, in welchen sie mit Nachbarhaus Nr. 15 ihr großes Weingeschäft von Heinrich Schulz jun. führten. Später wurde Burgstraße 16 das sogenannt Pastorenhaus. Wilhelm und Marie Windelbandt hatten erst im Februar 1890 geheiratet. 1889 hatten sie bereits einen Sohn bekommen. In ihrem Haus am Kirchplatz bekamen die beiden noch 6 weitere Kinder – 3 Mädchen und 3 Jungen. Ende 1890 ließ Wilhelm Windelbandt auf seinem Grundstück einen massiven Stall mit Ziegeldach von Zimmermeister Carl Peters (jetzt Elbstr. 22) und dem Bauunternehmer Friedrich Heinrichs (Bäckerstr. 24b) errichten. 1891 wurden bei Fam. Windelbrandt die Töchter Frieda und 1892 Else geboren. 1893 wurde am Kirchplatz umnummeriert und das Wohnhaus wurde Kirchplatz Nr. 3 (die Kirche Nr. 1 u. das Knabenschulhaus Nr. 2). Im Haus Kirchplatz 3 wurden dann 1894 der Sohn Adolf, 1897 die Tochter Klara, 1899 sowie 1906 die Söhne Walter und Karl geboren. 1907 wurde die Grundstücks-Entwässerungsanlage an die städt. Schmutzwasser-Kanalisation durch den Installateur Louis Wilke (Bürgerstr. 11) angeschlossen. 1922 verstarb der 63 jährige Wilhelm Windelbandt. Neuer Eigentümer des Kirchplatz 3 wurde sein Sohn Adolf. Der Tischler ließ 1925 ein Stallgebäude zu einer Tischlerwerkstatt umbauen. Wegen Baufälligkeit wurde 1929 ein anderes Stallgebäude durch das Baugeschäft Giesau & Koser (Horning 10) neu gebaut. In den 1930er Jahren wohnte hier auch der Kaufmann Wolfgang Mühlhaus, der sein Spezialgeschäft für Radiotechnik in der Chausseestraße 35 hatte. 1934 wurde von der Fa. Giesau & Koser am Wohnhaus die hintere Fachwerkswand entfernt und durch eine massive Wand ersetzt. 1943 starb die Witwe Marie Windelbandt 75jährig und ihr Sohn Adolf verstarb im Jahr 1969. 

In DDR-Zeiten waren dann der VEB KWV bzw. der VEB GBW für das Wohnhaus zuständig. 1972 wurde das Haus Kirchplatz 3 durch die Kommunale Wohnungsverwaltung gesperrt, da sich der Fachwerksgiebel herausdrückte und somit den Verkehr gefährdete. Das Wohnhaus wurde Ende 1973 durch den VEB Gebäudewirtschaft abgerissen. 1974 wurde der hintere Hofplatz mit dem massiven Werkstattgebäude an die Sozialversichungsverwaltung (Turmstr. 4/5) zur Nutzung übergeben. Die Sozialversicherung ließ den Hof ummauern und das Gebäude zur Garage mit Schwingtor umbauen. 1977 wurde das vordere Abrissgrundstück durch Mitarbeiter des VEB Robotron (Steinstr. 25) vollständig beräumt, damit der Platz zum Abstellen ihrer betriebseigenen Fahrzeuge genutzt werden konnte. Heute ist das gesamte Grundstück eine umzäunte Rasenfläche.

 

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Bilderrätsel am Sonntag (September 2025) (MI, 03. September 2025)

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