Schülerinnen und Schüler der Oberschule erinnerten an die Reichspogromnacht


Bild zur Meldung: Schülerinnen und Schüler der Oberschule gedachten zusammen mit weiteren dem Schicksal des Ehepaars Marmorosch I Foto: Martin Ferch



Schülerinnen und Schüler der achten Klassenstufe der Wittenberger Oberschule erinnerten am 9. November an das Schicksal von Ernestine und David Marmorosch. Für das jüdische Ehepaar, das am 10. August 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, wurden bereits 2011 Stolpersteine ins Straßenpflaster an der Bahnstraße 105 eingelassen. Neben den Oberschülern und Schülerinnen kamen auch viele Wittenberger, darunter Stadtverordnete. Renate Klickow und Karsten Korup appellierten an die jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die Schrecken der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland nicht zu vergessen und mit dafür einzustehen, dass sich die Ereignisse nicht wiederholen.

David und Ernestine Marmorosch zogen 1931 nach ihrer Hochzeit nach Wittenberge und eröffneten hier ein Jahr später ein Konfektionsgeschäft in der Karl-Marx-Straße. Später zog das Paar mit dem Geschäft in die Bahnstraße 105. David Marmorosch war Mitglied der jüdischen Gemeinde Wittenberges. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, „der Reichskristallnacht“, blieb eine Plünderung des Geschäfts der Bahnstraße 105 aus. Ein Grund dafür konnte die rumänische Herkunft Davids gewesen sein. Ein späterer Versuch nach Rumänien abzuwandern schlug fehl.