Bilderrätsel - August 2026

Rätselbild August 2026 I Foto: Stadtarchiv Wittenberge (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Rätselbild August 2026 I Foto: Stadtarchiv Wittenberge

Zeit für ein neues Bilderrätsel. Wer erkennt den Standort der historischen Aufnahme? Die Auflösung folgt weiter unten mit zusätzlichen Bildern in der Galerie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auflösung:

 

Mit dem heute abgebildeten Wohnhaus sind wir wieder einmal in der Altstadt - genauer in der Burgstraße 24, dieses Gebäude war früher als das Hildebrandt‘sche Haus bekannt.

Das Wohngrundstück in der Wittenberger Altstadt gehörte schon im 18. Jahrhundert der Ackerbürgerfamilie Hildebrandt. Im November 1794 bekamen hier Georg Philipp Hildebrandt und Ehefrau einen Sohn Georg Christian. Im Januar 1797 wurde ihre Tochter Wilhelmine geboren. Diese verstarb jedoch schon 7 Wochen später im März. 4 Monate später im Juli starb auch der 3jährige Sohn Georg Christian an Keuchhusten. Drei Jahre später - im Juli 1800 - wurde dann ihr Sohn Johann Wilhelm August geboren. Dieser verstarb als Ackerbürger im Jahre 1850 und vererbte das Haus (Gehöft) sowie Acker- u. Wiesengrundstücke seinem Sohn Friedrich Hildebrandt.

1859 ließ Fritz Hildebrandt auf dem Grundstück Burgstraße 24 vom Maurermeister Deutsch ein neues Stallgebäude errichten. Die Zimmerarbeiten wurden vom Zimmermeister Gentzsch ausgeführt. 1867 wurde vom Zimmermeister Peters und Maurermeister Schlungbaum zwischen den Wohnhäusern Burgstraße 24 und 25 ein Brandgiebel errichtet. Im Dezember 1879 starb die Mutter Anna Katharina Hildebrandt im Alter von 74 Jahren.

Ab 1880 war der Kgl. Eisenbahn Bureau-Assistent Friedrich Hildebrandt Stadtverordneter und Mitglied in der Feld-Deputation. Ab 1889 war der jetzt pensionierte Eisenbahn-Betriebs-Sekretär und Landwirt auch im Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirche Wittenberge. Mitte der 1890er Jahre wurde Fritz Hildebrandt Stadtrat und bis 1899 Vorsitzender der Feldpolizei-Deputation sowie Mitglied der Inventar-Controll-Commission. Danach war er Vorsitzender der Burg-Deputation und Mitglied der Schul-Deputation. Von 1901-1903 war er Mitglied in der Burg- und Oekonomie-Deputation sowie Schul-Deputation. 1904 beendete er seine Tätigkeiten in den städtischen Kommissionen und war bis 1906 Stadtältester im Stadtrat. Im Oktober 1906 verstarb der pensionierte Eisenbahn-Betriebssekretär, Stadtältester Friedrich Joachim Simon Hildebrandt im Alter von 75 Jahren und 8 Monaten. Das Wohngrundstück Burgstraße 24 übernahm sein Sohn, der Kgl. Eisenbahn-Betriebswerkmeister Albert Hildebrandt. Dieser ließ 1907 die Grundstücks-Entwässerungsanlage an die städt. Schmutzwasser-Kanalisation von der Installationsfirma Julius Hoppe anschließen. Ein Jahr später im Februar 1908 starb Albert Friedrich Julius Hildebrandt 43jährig und die Werkmeisters-Witwe Hermine Hildebrandt, geb. Spliedt war nun Grundstücksbesitzerin. Um 1929 endete die „Hildebrandt’sche Ära“ in der Burgstraße 24. Seit dieser war der Arbeiter Walter Dames Hauseigentümer. Nach seinem Tod 1951 blieb das Haus in der DDR-Zeit in Familienbesitz, erst bei seiner Witwe Luise und danach gehörte das Haus seiner Tochter Meta nebst Ehemann. Nach 1990 wurde das Wohnhaus vom neuen Besitzer vollständig saniert. Mit Unterstützung der GSW (Gesellschaft für Stadterneuerung mbH Wittenberge) konnten danach im Sanierungsgebiet „Altstadt“ auch noch die Dachstühle im Haus und im Nebengebäude ausgebaut werden. Seit dieser Zeit steht wieder in der Burgstraße ein schönes modernes Fachwerkhaus.

 

 

Fotoserien

Bilderrätsel - August 2026 I Fotos: Stadtarchiv Wittenberge (DI, 04. August 2026)