Bilderrätsel - April 2026

Rätselbild April 2026 I Foto: Stadtarchiv (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Rätselbild April 2026 I Foto: Stadtarchiv

Zeit für ein neues Bilderrätsel. Wer erkennt den Standort der historischen Aufnahme? Die Auflösung erfolgt weiter unten. Weitere Bilder zur Auflösung findet ihr zudem in der Galerie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auflösung: 

 

Das heute als Rätsel abgebildete Gebäude steht in diesem Jahr genau 150 Jahre in unserer Stadt. Es ist das Eckhaus Bahnstraße 21/Wilhelmstraße.

1876 ließ der Königliche Maschinenmeister Karl Reimann das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus vom Maurermeister August Voß errichten. Im Erdgeschoss waren an der Bahnstraße zwei Ladengeschäfte rechts und links des Hauseingangs. Eine weitere Hauseingangstür war noch an der Wilhelmstraße. Das Eckhaus bekam die Nr. 39f in der Bahnstraße. In einem Geschäft hatte der Kaufmann Adolph Ebeling seine Delikatesswarenhandlung und im Eckladen war die Hefenhandlung von Friedrich Chelius. Übrigens wohnte der Hauseigentümer bis zu seiner Pensionierung im Berl.-Hamb. Bahnhof c (Dienstgebäude am Maschinenschuppen). 1889 zog der Kgl. Eisenbahn-Inspektor a. D. Karl Reimann nach Linz. Im selben Jahr übernahm Therese Campe das Delikatessengeschäft und für Karl Reimann war ab dieser Zeit der pensionierte Werkführer Hermann Schröder (Bahnstr. 41) als Hausverwalter tätig. Um 1895 bekam das Haus die Nr. 54 und im Eckladen eröffnete der Uhrmacher Harry Beyer sein Geschäft. 

Ab 1905 war Hermann Schröder Hausbesitzer der Bahnstraße 54 und Dr. med. Alfred Feller hatte hier seine Praxis in der 1. Etage. Der Uhrmacher Harry Beyer war bis 1907 im Eckladen, danach das Zigarrengeschäft von Julius Stiehm und ab 1912 das Partiewarengeschäft von Sophie Kugel. Das Delikatessengeschäft wechselte nur seine Besitzer. Nach Witwe Therese Campe übernahm die Witwe Minna Kreder und danach von 1909 bis 1916 Ernst Appelmann dieses Geschäft. 1916 eröffnete dann hier Georg Bernau sein Lebensmittelgeschäft. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Schuhmachermeister August Paul neuer Hausbesitzer, der im Eckladen sein Schuhgeschäft mit Schuhmacherei eröffnete. 1925 ließ August Paul von Reg.-Baumeister Plitt & Borchert (Bismarckplatz 2) eine Waschküche im Haus einbauen und 1928 vom Maurermeister Hermann Löther (Johannes-Runge-Str. 7) das Schuhgeschäft vergrößern. Im August 1929 wurde die Fa. Schuhhaus August Paul ins Handelsregister eingetragen. 1930 wurde durch den Zimmermeister Friedrich Fuchs (Sandfurttrift 46) aus beiden Läden und mit größeren Schaufenstern das Schuhhaus Paul umgebaut. Zu dieser Zeit stieg auch Bruno Paul mit ins Schuhgeschäft ein. Im März 1932 ging das Schuhhaus August Paul mit dem Recht der Fortführung der Firma an Bruno Paul über. Im selben Jahr wurde der Kaufmann auch Besitzer des Geschäfts- und Wohnhauses. 1933 wurde die Bahnstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt und das Haus bekam die Nr. 21. 1937 ließ der Kaufmann die gesamte Geschäftshausfront samt Schaufenstern vom Baumeister Otto Gaefke (Stein-Hardenberg-Str. 31) umbauen und erneuern. An der Vorderfront wurde über den Schaufenstern auf Platten die Leuchtschrift „ Paul“ und links ein Fahnenleuchtschild mit Stiefel angebracht. 

1939 wurde an der Wilhelmstraße am Eingang zur Schuhmacherei ein weiteres Transparent mit der Aufschrift Schuhhaus Paul durch Hermann Schaub (Bäckerstr. 24) angefertigt und angebaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schuhwarengeschäft zu einer Gaststätte bzw. Cafe umgestaltet. Ab 1946 gab es dann im „Cafe Paul“ täglich Mittagstisch sowie nachmittags ab 15 Uhr Konzerte mit Unterhaltungs- und Tanzmusik. Montags, mittwochs und sonnabends waren hier ab 19 Uhr Tanzabende. 1949 übernahm der KONSUM die Räume für ein Lebensmittel-Selbstbedienungsgeschäft und links daneben für ein Fleischwarengeschäft. Ab Juli 1949 war in der 1. Etage auch die Geschäftsstelle der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (Kreisverband Wittenberge). Nach der Wende und Auflösung der Konsum-Genossenschaft wurde das Fleisch- und Lebensmittelgeschäft im Dezember 1991 von der Handelsgesellschaft „ unser markt“ (Horst Hoffmann) übernommen. Weitere Geschäfte von „unser markt“ waren noch in der Bahnstraße 126 und Bürgerstraße 58. Die Handelsgesellschaft meldete 1998 in allen drei Geschäften ihre Tätigkeit ab. 2016 kaufte die Stadt das seit Jahren leer stehende Gebäude Bahnstraße 21. 2017 plante man anfänglich den Abbruch des Hauses, aber das Gebäude wurde dann doch vorerst gesichert durch Sanierung der Fassade, Fenster und Dach.

 
 
 
 
 
 
 

Fotoserien

Bilderrätsel - April 2026 (MI, 08. April 2026)