Kommunale Wärmeplanung: Jetzt Stellungnahmen zum Entwurfsbericht möglich

Bauamtsleiter Martin Hahn begrüßte die Gäste der Bürgerinformationsveranstaltung im Sitzungssaal I Foto: Martin Ferch (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Bauamtsleiter Martin Hahn begrüßte die Gäste der Bürgerinformationsveranstaltung im Sitzungssaal I Foto: Martin Ferch

Bauamtsleiter Martin Hahn und Klimaschutzmanager Nils Ludewig begrüßten am 22. September zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im großen Sitzungssaal des Rathauses. Gemeinsam mit den Stadtwerken Wittenberge und der Megawatt Ingenieurgesellschaft informierte die Stadtverwaltung über den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung in Wittenberge. Ziel dieser Planung ist der Übergang von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien. Bis 2045 soll für das gesamte Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile eine weitgehend treibhausgasneutrale Wärmeversorgung realisiert werden. Grundlage ist das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze, das am 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist und die Kommunen verpflichtet, einen eigenen Wärmeplan zu erstellen.

 

Im Auftrag der Stadt Wittenberge hat die Megawatt Ingenieurgesellschaft in den vergangenen Monaten eine Bestandsanalyse durchgeführt, den künftigen Wärmebedarf der Elbestadt ermittelt und einen Maßnahmenkatalog mit Zeitplan für die Umsetzung erarbeitet. Nach Einschätzung der Experten wird der Wärmebedarf in Wittenberge insgesamt sinken – bedingt durch die Bevölkerungsentwicklung sowie durch bessere Dämmung bei Neubauten und Sanierungen. Bestandteil der Analyse waren zudem auch Modellhafte Betrachtungen verschiedener Quartiere der Elbestadt. In diesen sogenannten Fokusgebieten wurden konkrete Versorgungsoptionen betrachtet. So wurde etwa die Nutzung von Abwärme der Biogasanlage in Bentwisch geprüft. Für ein Wohngebiet am Stadtpark wurde die Einrichtung eines Nahwärmenetzes untersucht, und auch die Erweiterung des bestehenden Fernwärmenetzes – etwa in der Kyritzer Straße – spielt eine zentrale Rolle.

Die sogenannte Nahverdichtung, also die Ausweitung des bestehenden Fernwärmenetzes, ist auch ein wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenkatalogs. Parallel dazu arbeiten die Stadtwerke Wittenberge daran, die Erzeugung der Fernwärme zu dekarbonisieren. Hierfür werden derzeit verschiedene Potenziale geprüft. Ein Beispiel ist die Nutzung von Flusswärme, die bereits an der Stepenitz in der Nähe der L11 praktiziert wird. Dieses Verfahren, bei dem dem Fluss Wärme für das Fernwärmenetz entzogen wird, soll künftig auch an der Elbe erprobt werden. Zudem werden Möglichkeiten der Nutzung von Geothermie untersucht.

 

Alle ermittelten Daten, Maßnahmen und weitere Informationen sind im Entwurfsbericht zur kommunalen Wärmeplanung zusammengefasst. Dieser liegt noch bis zum 15. Oktober im Rathaus (bei Hr. Ludewig) aus und ist außerdem auf der Internetseite der Stadt Wittenberge unter dem Link Kommunaler Wärmeplan der Stadt Wittenberge (Entwurfsfassung) abrufbar. 

 

Bürgerinnen und Bürger sowie alle beteiligten Akteure können bis zum 15. Oktober 2025 schriftliche Stellungnahmen bei der Stadtverwaltung einreichen. Diese werden geprüft und fließen in den finalen Bericht ein. 

 

Der Endbericht wird voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November fertiggestellt und anschließend dem Stadtentwicklungsausschuss sowie der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Verabschiedung der kommunalen Wärmeplanung ist für Dezember vorgesehen.